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Kommentarband
f. 2v, Das Beklagen des Leichnams Christi
f. 3r, Anne de Bretagne beim Gebet mit drei Heiligen
f. 8r, Kalender: Mai
f. 9, Kalender: Juni
f. 11r, Kalender: August
f. 12, Kalender: September
f. 19v, Der Evangelist Lukas zeigt das Porträt der Gottesmutter
f. 21v, Der Evangelist Matthäus beim Schreiben
f. 26v, Ankündigung
f. 31r, Zichorie
f. 33r, Goldknopf
f. 36v, Heimsuchung
f. 39v, Hagedorn
f. 41v, Rebhuhnauge
f. 47v, Kreuzigung
f. 51v, Die Geburt Christi
f. 58v, Verkündigung an die Hirten
f. 64v, Die Anbetung der Magier
f. 76v, Die Flucht nach Ägypten
f. 77r, Distel
f. 81r, Kürbis
f. 87v, Traubeneiche
f. 107v, Gewöhnlicher Spindelstrauch
f. 127r, Florenceola
f. 155v, Von der Heiligen Dreifaltigkeit
f. 165v, Der Erzengel Raphael
f. 173v, Die heiligen Cosmas und Damian
Der Heilige Sebastian, f. 175v
f. 176r, Orangefarbene Lilie
Das Martyrium der 10.000, f. 177v
Die Erscheinung des Heiligen Hubertus, f. 191v
Heilige Ursula und die elftausend Jungfrauen, f. 199v
Heilige Maria Magdalena, f. 201v
Die Heilige Margareta, f. 205v
Der Judaskuss, f 227v

Die Grandes Heures der Anna von der Bretagne

«Erste, einzige und unwiederholbare auf 987 Exemplare limitierte und notariell beglaubigte Auflage»

Bibliothèque nationale de France

f. 76v, Die Flucht nach Ägypten
f. 76v, Die Flucht nach Ägypten. Die ersten Lichtstrahlen des Morgengrauens beginnen gerade eine Felsenlandschaft aufzu...

Die ersten Lichtstrahlen des Morgengrauens beginnen gerade eine Felsenlandschaft aufzuhellen, durch die schon die Soldaten des Herodes reiten, die alle Knaben im Alter von weniger als einem Jahr töten sollen. Die Heilige Familie flüchtet nach Ägypten, um Jesus in Sicherheit zu bringen. Die Gesichter der drei Personen – sogar das des Esels, auf dem die Jungfrau und das Kind reiten – bringen allerdings eine bewegende Lieblichkeit und Sanftheit zum Ausdruck. Das Jesuskind spielt mit einem Apfel, einer runden Frucht, die Sinnbild für sein weltumspannendes Reich sein kann.

 

Dieses Gemälde beweist das meisterhafte Talent von Jean Bourdichon. Die Komposition mit der Jungfrau und dem Jesuskind auf ihrem Schoß im Vordergrund und dem felsigen Bergland im Hintergrund erinnert an die Madonna in der Felsengrotte von Leonardo da Vinci.

 

Der Meister Bourdichon betont die Falten des Umhangs der Gottesmutter mit seinen unverwechselbaren Goldaufschlägen.

 

Diese Szene greift auch ganz im Hintergrund die Tötung der unschuldigen Kinder und in der Mitte eine Darstellung der spätmittelalterlichen Legende des «Wunders der Weizenernte» auf, die in der flämischen Malerei im 15. und 16. Jahrhundert sehr populär wurde.

 

Die Legende erzählt, dass Maria einen Bauern bat, den sie verfolgenden Soldaten zu erzählen, dass er beim Säen eine Familie hätte vorbeiziehen sehen. Darauf begann das Weizenfeld zu wachsen, bis es eine Höhe erreichte, die den Flüchtlingen ermöglichte, sich darin zu verstecken. Auf diese Weise beendeten die Soldaten ihre Verfolgung als sie mit dem Bauern gesprochen hatten, da sie den Schluss zogen, dass es schon sehr lange her war, dass die Flüchtlinge an diesem Feld vorbeigekommen waren, da der Weizen schon so hoch stand.

 

«Erste, einzige und unwiederholbare auf 987 Exemplare
limitierte und notariell beglaubigte Auflage»

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