Stundenbuch von Heinrich IV. von Frankreich

Stundenbuch von Heinrich IV. von Frankreich

Bibliothèque nationale de France, Paris




    • Signatur: Latin 1171
    • Datierung: Ende des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts (?)
    • Entstehungsort: Paris
    • Format: 225 x 155 mm
    • 90 Seiten, 60 ganzseitige Miniaturen in Grisaille, 16 kleine mit Feder gezeichnete
    • Gebunden in Saffianleder
Stundenbuch von Heinrich IV. von Frankreich Bibliothèque nationale de France, Paris Bibliothèque nationale de France, Paris

    • Signatur: Latin 1171
    • Datierung: Ende des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts (?)
    • Entstehungsort: Paris
    • Format: 225 x 155 mm
    • 90 Seiten, 60 ganzseitige Miniaturen in Grisaille, 16 kleine mit Feder gezeichnete
    • Gebunden in Saffianleder



Beschreibung

Stundenbuch von Heinrich IV. von Frankreich Bibliothèque nationale de France, Paris


Der Prunk dieses Stundenbuchs erreicht ein solches Niveau, dass sein würdiger Besitzer Heinrich IV. von Frankreich sich mit ihm identifizieren wollte, indem er sein Wappenschild auf den Einband prägen ließ. Im Laufe der Jahrhunderte ist das Werk unter strengen Auflagen in den königlichen Sammlungen verwahrt worden, zuerst im Louvre-Palast und seit 1720 in der Bibliothek des Königs.
 
Eine unvergleichliche Ikonografie
Schon beim Aufschlagen dieses Manuskripts wird sofort offenbar, dass wir es mit einem einzigartigen Fall mit Sonderstellung zu tun haben; seine Seiten leuchten buchstäblich mit Tausenden von Lichtern; dies ist das Mindeste, was man über einen Kodex sagen kann, in dem alle Textseiten vor einem vollständig vergoldeten Hintergrund erscheinen.  Auf der Grundlage floraler und botanischer Motive entfaltet sich eine mit Finesse und Eleganz gestaltete Randverzierung. Auch hier stoßen wir auf ein seltenes und überraschendes Element, denn häufig sind es die Buchstaben des Alphabets, die den Schmuck der Ränder bilden.
 
Doch die Ausnahmen sind hiermit noch nicht erschöpft. Die großen Initialen sind weiß gemalt und weisen Purpurreflexe auf, etwas vollkommen ungewöhnliches. Zudem ist das ikonografische Ensemble der über 60 von dem Neuen Testament inspirierten Miniaturen eines der wenigen Beispiele eines Werks aus dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert, das in Grisaille mit Purpurreflexen ausgeführt ist. Schließlich sind die Kalenderbilder sowie die vier, in die Textspalten integrierten Szenen der Leidensgeschichte mit Feder auf einem vergoldeten Hintergrund gezeichnet.
 
Um nähere Informationen über die Entstehung des Werks zu erhalten, müssen wir uns darauf verlassen, was uns seine überschwänglichen Darstellungen verraten. Nach Einschätzung der Kunsthistoriker weist der Stil eine große stilistische Nähe zu der Werkstatt von Jean Pichore auf, eines fruchtbaren Pariser Künstlers, der vom Werk Jean Bourdichons und Jean Poyers beeinflusst war. Laut François Avril könnte es sein, dass die Persönlichkeit eines in seiner Werkstatt Tätigen so herausragen würde, dass dieser schließlich in einer bestimmten Anzahl von Manuskripten wie dem uns hier vorliegenden zu erkennen wäre.
 
Der Textinhalt und seine Einordnung in die Tradition
Darüber hinaus weist der Textinhalt der neunzig Bögen dieses Manuskripts mit allen seinen traditionellen Elementen das typische Stundenbuch der damaligen Epoche auf: Kalender, Auszüge aus den Evangelien, Gebete zur Gottesmutter, Leidensgeschichte gemäß des Johannes-Evangeliums, Horen der Gottesmutter, Horen des Heiligen Geistes, Bußpsalmen und Litaneien, Seelenmesse und Anrufung der Heiligen.
Schließlich ist in Übereinstimmung mit allen Stundenbüchern des Mittelalters und der Renaissance der Text schwarz geschrieben und die Überschriften in roter Farbe ausgeführt. Im Kalender erscheinen die Namen der Heiligen abwechselnd in roter und schwarzer Farbe.


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