Die Très Riches Heures du Duc de Berry

Die Très Riches Heures du Duc de Berry f. 1r, Januar

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f. 1r, Januar

Die Darstellung des Monats Januar ist die erste Miniatur Der Très Riches Heures du Duc de Berry und scheint ein Spiegel zu sein, in dem sein opulentes gesellschaftliches Leben abgebildet wird, indem er seinen Vertrauten und Freunden, zu denen selbstverständlich die drei Limburg-Brüder gehörten, große Bankette und Geschenke anbot. Dem Herzog gefiel es, große Geschenke zu machen, sogar Residenzen, wie diejenige, die er Paul Limburg schenkte. Am Rande sei jedoch angemerkt, dass es ihm auch gefiel, vor allem von den von ihm protegierten Künstlern großzügige Geschenke zu erhalten. Bemerkenswert ist der Scherz, den sich die Brüder Limburg herausnahmen, als sie ihm einen scheinbar wunderbaren Kodex schenkten, der nicht mehr als ein Stück Holz mit aufwendigem Einband war, vorgaukelnd, dass es sich um ein richtiges Buch handele, in dem die Limburgs ihr ganzes Geschick entfaltet hätten.

Die Eitelkeit des Herzogs lässt ihn auf dieser Miniatur in der Mitte des Tisches sitzend erscheinen, bereit zu einem festlichen Bankett, wobei er einem Prälaten mit Halbglatze und Purpurumhang, Symbol seines Ranges, ein Geschenk überreicht. Dieser scheint seiner Haltung nach Johann von Berry für diese Aufmerksamkeit dankbar zu sein. Zur Rechten des Herzogs sieht man seinen Kammerherrn, mit dem sein Amt belegenden Stab, der die Umstehenden einzuladen scheint. Sehr nahe beim Kammerherrn steht Paul Limburg mit zusammengefaltetem Birett. Abbildung, die auf zwei anderen Miniaturen der Limburg erscheint und die Pablo Durrieu als Paul Limburg identifizierte.
Über dem Kamin, hinter dem Herzog, hängt ein Betthimmel mit dem Wappen des Mäzen, übersät mit goldenen Lilien. Hinter dem Betthimmel zeigt ein Wandteppich gigantischer Ausmaße sich dem Feind entgegen stellende Krieger; aus einigen Worten, die über der Szene zu lesen sind, scheint sich abzuleiten, dass er sich auf die Schlacht von Troja bezieht, so wie man sie sich im Mittelalter vorstellte.

Auf dem Tisch werden auf der Linie des Lebenswandels des Fürsten Überfluss und Luxus entfaltet: reichhaltige Platten, prächtige Goldschmiedearbeiten, sogar zwei seiner Hunde streifen zwischen den Leckerbissen umher.

Paul Durrieu hat in dieser Miniatur auch Gillette le Mercier, die Ehefrau von Paul, hinter einem sein Glas leerenden Ritter sehen wollen sowie andere in den Kreisen des Herzogs gewöhnlich anzutreffende Personen.

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