Beatus von Girona

f. 126r, Öffnung der vier Siegel


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Das Lamm dominiert dieses Bild, auf dem die vier Visionen des Apostels Johannes dargelegt werden, der immer in Begleitung jedes einzelnen der Lebewesen erscheint, womit das hispanische Modell der Darstellung befolgt wird. Das Erscheinungsbild der vier Lebenden, die als die Evangelisten ausgelegt wurden, war seit Mitte des 5. Jahrhunderts vollständig festgelegt.

Die Tatsache, dass der Apostel Johannes viermal erscheint, wird zu der Erzählung in der Apokalypse in Verbindung gesetzt und mit dem Verfahren selbst der Buchillustration früher christlicher Kunst, in der jedes Bild grundsätzlich neben der Textspalte stand, auf die es Bezug nahm. Dieser die gesamte Seite einnehmende Illustrationstyp ist somit das Resultat der Verknüpfung alter Kolumnenminiaturen.

Die bildliche Darstellung folgt dabei nicht immer genau dem Text. Hier sieht man die vier Reiter: der erste auf einem mit schwarzen Herzen getüpfelten Schimmel spannt einen Bogen ohne Pfeil; der zweite hält anstatt eines Schwerts eine Lanze in der Hand.  Der erste Reiter wird mit Christus identifiziert und der zweite mit den Feinden der Kirche oder dem Teufel; aus diesem Grund zeigen sie eine kämpferische Gebärde.

Unten und eher der apokalyptischen Erzählung entsprechend dreht sich der dritte Reiter auf dem Rücken eines schwarzen Pferdes um, um die von ihm gehaltene Waage anzusehen. Schließlich erscheint der vierte umgedrehte Reiter, symmetrisch zu dem vorherigen, zu einem Dämonen, der den Abgrund verkörpert. In anderen Traditionen hat dieser Reiter kaum Bedeutung gehabt, obgleich er in den Beatus sehr relevant ist, und sogar in der Gestalt eines schrecklichen Menschens dargestellt wird: eher als eine Darstellung der Hölle (in der europäischen Tradition der Epoche als gefräßiges Monstrum verstanden) ist es der Teufel monstruösen Aussehens, typisch für die hispanische Tradition.

Beatus von Girona f. 126r, Öffnung der vier Siegel

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Das Lamm dominiert dieses Bild, auf dem die vier Visionen des Apostels Johannes dargelegt werden, der immer in Begleitung jedes einzelnen der Lebewesen erscheint, womit das hispanische Modell der Darstellung befolgt wird. Das Erscheinungsbild der vier Lebenden, die als die Evangelisten ausgelegt wurden, war seit Mitte des 5. Jahrhunderts vollständig festgelegt.

Die Tatsache, dass der Apostel Johannes viermal erscheint, wird zu der Erzählung in der Apokalypse in Verbindung gesetzt und mit dem Verfahren selbst der Buchillustration früher christlicher Kunst, in der jedes Bild grundsätzlich neben der Textspalte stand, auf die es Bezug nahm. Dieser die gesamte Seite einnehmende Illustrationstyp ist somit das Resultat der Verknüpfung alter Kolumnenminiaturen.

Die bildliche Darstellung folgt dabei nicht immer genau dem Text. Hier sieht man die vier Reiter: der erste auf einem mit schwarzen Herzen getüpfelten Schimmel spannt einen Bogen ohne Pfeil; der zweite hält anstatt eines Schwerts eine Lanze in der Hand.  Der erste Reiter wird mit Christus identifiziert und der zweite mit den Feinden der Kirche oder dem Teufel; aus diesem Grund zeigen sie eine kämpferische Gebärde.

Unten und eher der apokalyptischen Erzählung entsprechend dreht sich der dritte Reiter auf dem Rücken eines schwarzen Pferdes um, um die von ihm gehaltene Waage anzusehen. Schließlich erscheint der vierte umgedrehte Reiter, symmetrisch zu dem vorherigen, zu einem Dämonen, der den Abgrund verkörpert. In anderen Traditionen hat dieser Reiter kaum Bedeutung gehabt, obgleich er in den Beatus sehr relevant ist, und sogar in der Gestalt eines schrecklichen Menschens dargestellt wird: eher als eine Darstellung der Hölle (in der europäischen Tradition der Epoche als gefräßiges Monstrum verstanden) ist es der Teufel monstruösen Aussehens, typisch für die hispanische Tradition.

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