Theriaka und Alexipharmaka

Theriaka und Alexipharmaka f. 7r

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f. 7r

Die bemalten Schlangen auf Folio 7 illustrieren die Verse 130 bis 135, die auf der vorhergehenden Seite zu finden sind. Die Bildunterschrift weist darauf hin, dass die zwei großen ineinander verschlungenen Vipern gerade kopulieren. Dem Text zufolge hat das Weibchen das Männchen getötet, dessen abgeschlagener Kopf nicht weit entfernt von dem übrigen Körper liegt. Zwei Schlangen scheinen aus dem Paar herauszutreten; es handelt sich um den Nachwuchs, der sich anschickt, das Verschwinden des Vaters zu rächen. Unter dieser Gruppe erscheint die gebärende Viper (τικτoυσa). Der Illustrator schlägt eine synthetische Sicht der aufeinander folgenden Etappen der Zeugung und Geburt der Reptilien vor. Alle diese ineinander verschlungenen Körper erzeugen einen authentischen Eindruck von einem Gewimmel. Das Angstgefühl, das sich angesichts dieses Vipernnests einstellen kann, entspricht dem Gefühl, das bei der Beschreibung der barbarischen Gewohnheiten dieser unerbittlichen Reptilien aufkommt. Die Abbildung erscheint sogar noch beeindruckender, wenn man sie mit der Gestaltung derselben Szene in dem Exemplar der Paraphrase des Euteknios vergleicht, die in der Universitätsbibliothek Bologna aufbewahrt wird (Gr. 3632, folio 380verso)(24). Die Schlangen sind dort nur ansatzweise angedeutet, da es dem Illustrator nicht gelang, elegant das verworrene Paar abzubilden.


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