Apokalypse 1313

Apokalypse 1313 f. 62r, Die Schätze Babylons (Offb. 18, 11-14)

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f. 62r, Die Schätze Babylons (Offb. 18, 11-14)

Der Fall Babylons und die damit verbundenen Wehklagen bilden ein ganzes Kapitel der Offenbarung, das der Schöpfer der Bildsprache dieses Manuskripts in zahlreiche Bilder aufgespalten hat; dem Erzählstrang des Verfassers Johannes folgend greifen sie das Ende der Stadt in verschiedenen Formen auf, um so das Ereignis zu verewigen.

Nachdem die von der großen Hure verkörperte Stadt in Brand gesetzt wurde, stürzt sie kopfüber in den offenen und züngelnden Schlund Leviathans.  Vor den Augen der Händler stürzt die große Hure die Schale ihrer Freveltaten noch in der Hand haltend hinab in die Hölle. Die Kaufleute betrachten mit Schrecken ihren Bestimmungsort, der sie unwiderruflich ruinieren wird. Diese Szene nimmt die untere Hälfte der Miniatur ein, während im oberen Bereich im Einzelnen der Inhalt der Ladungen erscheint, deren Vermarktung den Wohlstand der Händler sicherstellte.

Das Inventar der von Johannes aufgezählten Waren wird in drei Registern abgebildet. Die ersten beiden hat der Künstler den Luxusartikeln gewidmet. Zusammen mit einem Weihrauchkessel aus vergoldeter Bronze hängen Gardinen und Säcke in verschiedenen Formen aus Geweben wie feinstem Leinen, scharlachrot, aus Gold- oder Silbergarn gewoben, an einer Stange; darunter ist Schmuck mit vielfarbigen, in Gold eingelassenen und von Perlen umgebenen Edelsteinen auf einem weißen Kissen ausgebreitet; daneben Kristallgläser, prächtige Geschirrstücke, verschiedene Utensilien und Flakons mit Parfüms, Myrrhe und Weihrauch, sowie Gewürze: Zimt und aromatische Kardamomsamen. Das dritte Register zeigt Wein- und Ölfässer, die prächtig angeschirrten Zugtiere, eine Lammherde und schließlich Weizensäcke und -körbe.


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