Zehn Tagesreisen von Pianfu (Linfen) gen Westen gelangt man zum erhabenen Schloss von Cathay (Xiezhou), das einst von einem König dieses Landes erbaut wurde, den man den Goldnen König nannte. Im Inneren befindet sich ein prächtiger Palast mit einer großen Ahnengalerie aller einstigen Könige dieser Provinz. Der Palast ist prachtvoll mit Gold und zahlreichen Gemälden geschmückt und ist das Werk der aufeinanderfolgenden Herrscher dieser Provinz. Nun folgt eine wunderbare Geschichte über den Goldnen König und Priester Johannes, so wie sie von den Bewohnern dieses Schlosses erzählt wird.
Der Goldene König und Priester Johannes befanden sich im Krieg. Doch das Schloss lag an einem so unzugänglichen Ort, dass Priester Johannes es weder angreifen noch ihm irgendeinen Schaden zufügen konnte, was ihn in großen Zorn versetzte. Eines Tages boten ihm sieben seiner Diener an, den Goldnen König lebend auszuliefern, sofern er ihnen die Erlaubnis dazu gäbe. Priester Johannes erwiderte, er wäre zutiefst erfreut, sollte ihnen dies gelingen. So machten sich die Diener in Begleitung von Knappen auf den Weg und reisten an den Hof des Goldnen Königs. Sie gaben vor, aus fernen Ländern gekommen zu sein, um ihm zu dienen. "Seid willkommen", antwortete er ihnen, "Euer Dienst ist mir hochwillkommen".
So begannen diese Verräter dem Goldnen König zu dienen. Wegen ihrer treuen Dienste schätzte er sie sehr. Und doch, selbst zwei Jahre nach ihrer Ankunft, dachten sie nur daran, ihn zu hintergehen. Eines Tages begleiteten sie den König und sein kleines Gefolge bei einem Ausritt. Nachdem sie einen Fluss überquert hatten, der eine Meile von seinem Palast entfernt fließt, und mit dem König allein waren, sahen sie den Zeitpunkt gekommen, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Sie legten die Hände an ihre Schwerter und drohten, ihn zu töten, sollte er ihnen nicht folgen. Der König war erstaunt: "Warum tut ihr mir das an, meine Söhne? Wohin wollt ihr mich bringen?" - "Ob Ihr wollt oder nicht, Ihr werdet vor Priester Johannes treten, unseren Herrn".
Nahe daran, vor Schmerz zu vergehen, sprach der König zu ihnen: "Um Gottes willen, meine Söhne, habt Erbarmen mit mir! Habe ich euch in meinem Palast nicht mit Ehren überhäuft? Warum wollt ihr mich in die Hände meines Feindes liefern? Wenn ihr das tut, begeht ihr großen Treubruch und niederträchtige Schandtat". Dennoch vollbrachten sie ihr Werk und führten ihn vor Priester Johannes. Als dieser ihn erblickte, zeigte er sich hocherfreut und empfing ihn voller Härte. Der Goldene König schwieg, während Priester Johannes seinen Wachen befahl, sich seiner zu bemächtigen, ihn hinauszuführen und ihn unter strenger Bewachung das Vieh hüten zu lassen. Auf diese Weise wollte er ihn demütigen, indem er ihn zum Hirten machte und ihm zeigte, wie wenig Achtung er vor ihm hatte.
Nachdem er ihn zwei Jahre lang das Vieh hatte hüten lassen, wurde der Goldene König erneut vor Priester Johannes geführt. Dieser überreichte ihm kostbare Gewänder, behandelte ihn mit allen Ehren und sprach zu ihm: "Nun verstehst du wohl, dass du nicht der Mann warst, um gegen mich Krieg zu führen". - "Ich weiß es nun und wusste es schon zuvor!", antwortete ihm der Goldene König. Da fuhr Priester Johannes fort: "Das ist alles, was ich von dir verlange! Von nun an sollst du deines Standes gemäß bedient und geehrt werden". Und er gab ihm zahlreiche Pferde, Proviant sowie eine starke Eskorte und schickte ihn nach Hause zurück. Von diesem Tage an war der Goldene König Priester Johannes ein ergebener Freund und treuer Diener.
Zehn Tagesreisen von Pianfu (Linfen) gen Westen gelangt man zum erhabenen Schloss von Cathay (Xiezhou), das einst von einem König dieses Landes erbaut wurde, den man den Goldnen König nannte. Im Inneren befindet sich ein prächtiger Palast mit einer großen Ahnengalerie aller einstigen Könige dieser Provinz. Der Palast ist prachtvoll mit Gold und zahlreichen Gemälden geschmückt und ist das Werk der aufeinanderfolgenden Herrscher dieser Provinz. Nun folgt eine wunderbare Geschichte über den Goldnen König und Priester Johannes, so wie sie von den Bewohnern dieses Schlosses erzählt wird.
Der Goldene König und Priester Johannes befanden sich im Krieg. Doch das Schloss lag an einem so unzugänglichen Ort, dass Priester Johannes es weder angreifen noch ihm irgendeinen Schaden zufügen konnte, was ihn in großen Zorn versetzte. Eines Tages boten ihm sieben seiner Diener an, den Goldnen König lebend auszuliefern, sofern er ihnen die Erlaubnis dazu gäbe. Priester Johannes erwiderte, er wäre zutiefst erfreut, sollte ihnen dies gelingen. So machten sich die Diener in Begleitung von Knappen auf den Weg und reisten an den Hof des Goldnen Königs. Sie gaben vor, aus fernen Ländern gekommen zu sein, um ihm zu dienen. "Seid willkommen", antwortete er ihnen, "Euer Dienst ist mir hochwillkommen".
So begannen diese Verräter dem Goldnen König zu dienen. Wegen ihrer treuen Dienste schätzte er sie sehr. Und doch, selbst zwei Jahre nach ihrer Ankunft, dachten sie nur daran, ihn zu hintergehen. Eines Tages begleiteten sie den König und sein kleines Gefolge bei einem Ausritt. Nachdem sie einen Fluss überquert hatten, der eine Meile von seinem Palast entfernt fließt, und mit dem König allein waren, sahen sie den Zeitpunkt gekommen, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Sie legten die Hände an ihre Schwerter und drohten, ihn zu töten, sollte er ihnen nicht folgen. Der König war erstaunt: "Warum tut ihr mir das an, meine Söhne? Wohin wollt ihr mich bringen?" - "Ob Ihr wollt oder nicht, Ihr werdet vor Priester Johannes treten, unseren Herrn".
Nahe daran, vor Schmerz zu vergehen, sprach der König zu ihnen: "Um Gottes willen, meine Söhne, habt Erbarmen mit mir! Habe ich euch in meinem Palast nicht mit Ehren überhäuft? Warum wollt ihr mich in die Hände meines Feindes liefern? Wenn ihr das tut, begeht ihr großen Treubruch und niederträchtige Schandtat". Dennoch vollbrachten sie ihr Werk und führten ihn vor Priester Johannes. Als dieser ihn erblickte, zeigte er sich hocherfreut und empfing ihn voller Härte. Der Goldene König schwieg, während Priester Johannes seinen Wachen befahl, sich seiner zu bemächtigen, ihn hinauszuführen und ihn unter strenger Bewachung das Vieh hüten zu lassen. Auf diese Weise wollte er ihn demütigen, indem er ihn zum Hirten machte und ihm zeigte, wie wenig Achtung er vor ihm hatte.
Nachdem er ihn zwei Jahre lang das Vieh hatte hüten lassen, wurde der Goldene König erneut vor Priester Johannes geführt. Dieser überreichte ihm kostbare Gewänder, behandelte ihn mit allen Ehren und sprach zu ihm: "Nun verstehst du wohl, dass du nicht der Mann warst, um gegen mich Krieg zu führen". - "Ich weiß es nun und wusste es schon zuvor!", antwortete ihm der Goldene König. Da fuhr Priester Johannes fort: "Das ist alles, was ich von dir verlange! Von nun an sollst du deines Standes gemäß bedient und geehrt werden". Und er gab ihm zahlreiche Pferde, Proviant sowie eine starke Eskorte und schickte ihn nach Hause zurück. Von diesem Tage an war der Goldene König Priester Johannes ein ergebener Freund und treuer Diener.