Das Buch von der Jagd, von Gaston Fébus

Anschließend die Beschreibung des Hühnerhunds und seines Wesens - f. 50r, Livre de la chasse, Das Buch von der Jagd, Gaston Fébus, Gaston Phébus, BnF, Bibliothèque nationale de France, frühes 15. Jahrhundert, Paris

Zurück

Anschließend die Beschreibung des Hühnerhunds und seines Wesens - f. 50r

Das Gemälde der Katze wurde stümperhaft angefertigt. Dasselbe geschieht bei dem Vorstehhund, der auch Hühnerhund genannt wird, was uns annehmen lässt, dass es vielleicht von demselben Künstler geschaffen wurde. Alle diese Tiere sind kleiner Gestalt, mit langem, harten oder kurzem Fell. Fébus nennt sie «Spaniels» und schätzt sie nicht besonders. Diese Hunde, vermutlich Stöberhunde, sind immer schnellfüßig und eignen sich für die Jagd auf Wachtel, Rebhuhn und Ente. Der Graf sagt, dass sie aus Spanien stammen und «ihr Wesen von ihrer schlechten Abstammung vorgegeben wird». Wir könnten daraus ableiten, dass sich diese schlechte Abstammung auf das bezieht, was er von der Familie seiner Gattin, und insbesondere Karl dem Bösen, König von Navarra, hielt, der trotz seiner französischen und sogar königlichen Abstammung jenseits der Pyrenäen zu Wohlstand gekommen war. Diese Hunde sind streitsüchtig, lärmend, kläffend, undiszipliniert und tun alles, um sich auszuzeichnen. Anders ausgedrückt vereinen sie alle Schwächen dieser Welt und dienen bestenfalls für die Beizjagd. Trotz allem besaß Fébus mehrere dieser ungehorsamen Stöberhunde, da er die Jagd mit Habichten, Falken und Sperbern keinesfalls verschmähte. Dies spiegelt sich trotz ihrer stümperhaften Darstellung in dieser fröhlichen ländlichen Versammlung wider.

Yves Christe,
Université de Genève

We use private and third party cookies to improve our services by analyzing your browsing habits. If you continue to browse, we consider that you accept its use. Learn more x