Vindel-Pergament

The Morgan Library & Museum, New York  





Signatur: MS. M979
Datierung: zweite Hälfte des 13.  Jahrhunderts
Format: 452 x 336 mm
Entstehungsort: Galicien, Spanien
 
Monographischer Kommentarband in Vielfarbendruck herausgegeben von Mariña Arbor, Universität Santiago, unter Mitarbeit von Antonio Calvia, Fondazione Ezio Franceschini; Antonio Ciaralli, Università degli Studi di Perugia; Rip Cohen, Johns Hopkins University (USA) und Simone Marcenaro, Università degli Studi di Milano.
Mit einem Vorwort des emeritierten Professors Harvey L. Sharrer.
 
Die Edition enthält eine CD, auf der die Sopranistin Speranza Cerullo die Cantigas de Martin Codax in ihrer ursprünglichen Gestaltung singt.

«Beinahe-Original», erste, einzige und wiederholbare, nummerierte und auf 987 Exemplare limitierte, notariell beglaubigte Auflage
978-84-16509-16-4
Vindel-Pergament The Morgan Library & Museum, New York   The Morgan Library & Museum, New York  


Signatur: MS. M979
Datierung: zweite Hälfte des 13.  Jahrhunderts
Format: 452 x 336 mm
Entstehungsort: Galicien, Spanien
 
Monographischer Kommentarband in Vielfarbendruck herausgegeben von Mariña Arbor, Universität Santiago, unter Mitarbeit von Antonio Calvia, Fondazione Ezio Franceschini; Antonio Ciaralli, Università degli Studi di Perugia; Rip Cohen, Johns Hopkins University (USA) und Simone Marcenaro, Università degli Studi di Milano.
Mit einem Vorwort des emeritierten Professors Harvey L. Sharrer.
 
Die Edition enthält eine CD, auf der die Sopranistin Speranza Cerullo die Cantigas de Martin Codax in ihrer ursprünglichen Gestaltung singt.

«Beinahe-Original», erste, einzige und wiederholbare, nummerierte und auf 987 Exemplare limitierte, notariell beglaubigte Auflage
978-84-16509-16-4

Miniaturen
Vindel-Pergament
The Morgan Library & Museum, New York  




Kommentarband

Vindel-Pergament The Morgan Library & Museum, New York  


Contents

From the editor to the reader
Manuel Moleiro
 
Foreword
Harvey L. Sharrer
Professor Emeritus, University of California, Santa Barbara
 
History and Fortunes of the Pergamino Vindel
Mariña Arbor Aldea 
Professor of Romance Philology, Universidade de Santiago de Compostela
 
Codicological description
Simone Marcenaro
Researcher in Romance Philology, Università degli Studi di Milano
 
Paleographical Description
Antonio Ciaralli
rofessor of Paleography and Diplomatic, Università degli Studi di Perugia
 
The Music of the Pergamino Vindel
Antonio Calvia
Researcher in Music Philology, Fondazione Ezio Franceschini
 
The Cantigas of Martin Codax - Edited with Commentary and Prolegomena
Rip Cohen
Visiting Scholar, Johns Hopkins University
 
A note on the transcription
Antonio Ciaralli
Professor of Paleography and Diplomatic, Università degli Studi di Perugia
 
Bibliography

ISBN: 978-84-16509-17-1





Beschreibung

Vindel-Pergament The Morgan Library & Museum, New York  



Heute verwahrt in The Morgan Library & Museum in New York, die Entdeckung des Vindel-Pergaments war Ergebnis eines Zufalls: 1914 fand es der Madrider Buchhändler-Antiquar Pedro Vindel, dem es seinen Namen verdankt, als Teil des Einbands eines handgeschriebenen Exemplars des Cicero-Werks De officiis.

Der Fund dieses Werks war entscheidend für die Geschichte der galicisch-portugiesischen Trobadordichtung. Das Vindel-Pergament (zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts) enthält nicht nur die die sieben von dem galicischen fahrenden Sänger Martin Codax geschriebenen Cantigas de amigo —ihm zugeschriebenes literarisches Gesamtwerk—, sondern ist auch das einzige Zeugnis, das die Musik von sechs dieser altgalicisch-portugiesischen Mädchenlieder überliefert. Außerdem ist es doppelt wertvoll, da es sich um die einzigen bekannten Cantigas de amigo mit Notenschrift handelt.

Das Pergament bietet sieben Lieder, die einem Mädchen in den Mund gelegt werden, das sich an der Ría von Vigo nach ihrem abwesenden Geliebten sehnt, mit monophoner Notenschrift für sechs von ihnen.

Die Liedersammlung cantigas de amigo stellt das originellste Genre der galicisch-portugiesischen Lyrik dar. Zum europäischen Genre des Frauenlieds gehörend, erzählt das verliebte Mädchen, die amiga, in diesen kurzen und frechen Texten ihre Sehnsüchte und Klagen, entweder in einem Monolog oder Dialog mit den Freundinnen, Schwestern oder der Mutter, wobei es sich auch an die Natur wendet. Die mit einer starken Symbolkraft ausgestattete Natur —die ondas do mar de Vigo, im Falle der Lyrik von Martin Codax—, verleiht den Gedichten einen starken Erotismus.

Bis zum Auftauchen des Vindel-Pergaments waren die religiösen Themen gewidmeten Cantigas de Santa María von Alfons X. dem Weisen die einzigen bekannten galicisch-portugiesischen Cantigas. Später wurde noch das Sharrer-Pergament (Wende vom 12. zum  13. Jahrhundert) mit sieben Cantigas von König Denis von Portugal entdeckt, die zur Profanlyrik gehören, aber innerhalb des Genres der Cantigas de amor angesiedelt werden.

Das Vindel-Pergament wurde in einem noch unbekannten, wenn auch unter personellem und materiellen Gesichtspunkt gut ausgestatteten Skriptorium abgeschrieben.  Hinweise aus Paläografie und Notenschrift —wie Ähnlichkeiten zwischen den sechs Melodien Martin Codax und der Musik einiger der Cantigas de Santa María— legen die Vermutung nahe, dass Martin Codax in Verbindung zu den höfischen Kreisen Kastiliens unter Alfons X. dem Weisen und Sancho IV. stand.

Es handelt sich um ein fliegendes Blatt, ausgearbeitet mit Feinsinnigkeit und Kultiviertheit, vorgesehen als ein Geschenk oder ein Austausch unter Poeten. Der Schriftzug mit dem Namen «Martin codax» erscheint am oberen, linken Rand des Pergaments.

Es wurde 1977 von der New Yorker Morgan Library erworben, wo es nach einem so zufallsreichen Werdegang wie den Klagen der Protagonistin der Verse selbst, bis heute verwahrt wird: «Ondas do mar de Vigo, / se vistes meu amigo’ Im Vigo-Meer ihr Wallen / Saht ihr den Trautgesellen’ / e ai Deus, se verrá cedo’...Ach Gott, dass er bald käme!».


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